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yoga stanze
Übungsform

Kundalini Meditation

Aktualisiert am 17. September 20262 Min. Lesezeit

Kundalini-Meditationen sind anders gebaut als stilles Sitzen: Sie geben Haltung, Handstellung, Blick, Atem, oft ein Mantra und eine feste Dauer vor. Das macht sie zugänglich — und zugleich erklärungsbedürftig.

Art
angeleitete Übungsfolge
Typische Zeiten
3, 11 oder 31 Minuten
Bestandteile
Haltung, Mudra, Atem, Mantra
Anspruch
◆◆◇

Wie eine Übung aufgebaut ist

Eine Kundalini-Meditation ist ein festgelegtes Paket. Anders als bei der offenen Achtsamkeitsmeditation ist praktisch jeder Parameter vorgegeben:

  1. 1

    Haltung: meist aufrechter Sitz, gelegentlich eine bestimmte Arm- oder Körperstellung, die gehalten wird.

  2. 2

    Mudra: eine festgelegte Handstellung, oft mit Berührung bestimmter Finger.

  3. 3

    Blick: Augen geschlossen oder auf einen definierten Punkt gerichtet.

  4. 4

    Atem: von ruhiger Nasenatmung bis zu schnellen, kräftigen Techniken — hier liegt der kritische Teil.

  5. 5

    Mantra: eine Silbe oder Zeile, still oder laut wiederholt, oft im Takt des Atems.

  6. 6

    Dauer: fest vorgegeben, klassisch 3, 11 oder 31 Minuten, mit Uhr statt Gefühl.

Der Vorteil dieser Bauweise: Man muss nichts entscheiden. Wer mit „einfach sitzen und beobachten“ nichts anfangen kann, findet hier eine klare Struktur. Der Nachteil: Die Vorgaben werden oft als unverhandelbar dargestellt, obwohl sie für den Körper durchaus anpassbar sind.

Herkunft und eine notwendige Einordnung

Die im Westen verbreitete Form geht auf Yogi Bhajan zurück, der sie ab Ende der 1960er-Jahre in den USA unterrichtete. Nach seinem Tod wurden schwere Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben; eine 2020 veröffentlichte, von der Nachfolgeorganisation beauftragte unabhängige Untersuchung hielt einen Teil der Vorwürfe für glaubhaft. Viele Lehrende und Verbände haben sich seither davon distanziert oder ihre Praxis neu eingeordnet.

Das ist für die Einordnung wichtig: Die Übungen lassen sich unabhängig von ihrem Urheber betrachten, die Autoritätsansprüche, die traditionell mit ihnen transportiert wurden, sollte man dagegen nicht ungeprüft übernehmen.

Eine einfache Übung zum Ausprobieren

Aufrecht sitzen — auf einem Kissen, im Kreuzsitz oder auf einem Stuhl. Hände locker auf die Knie, Daumen und Zeigefinger berühren sich. Augen fast geschlossen, Blick gesenkt. Dann drei Minuten lang ruhig durch die Nase atmen und die Ausatmung etwas länger werden lassen als die Einatmung. Nicht pressen, nicht zählen, wenn es anstrengt. Zum Schluss einmal tief einatmen, kurz halten, ausatmen und nachspüren.

Das ist bewusst die harmloseste Form: Sie hat den Aufbau, aber keine der intensiven Atemtechniken, die Anleitung erfordern.

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