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Stil

Partner Yoga

Aktualisiert am 17. September 20262 Min. Lesezeit

Partner Yoga braucht keine Akrobatik. Es nutzt schlicht, dass zwei Körper einander Gegengewicht geben können — und dass man zu zweit Dinge spürt, die allein unbemerkt bleiben.

Personen
zwei
Prinzip
Gegengewicht und Kontakt
Heben
nicht erforderlich
Anspruch
◆◇◇
Zwei Personen üben gemeinsam eine Yogahaltung mit Gegengewicht
Partnerhaltung, Foto: Earl J McGehee · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Das Prinzip

Zwei Körper, die sich gegeneinander lehnen oder ziehen, erzeugen eine Stabilität, die keiner von beiden allein hat. Daraus ergeben sich drei Wirkungen: Dehnungen lassen sich weiter führen, ohne zu drücken; Gleichgewichtshaltungen werden zugänglicher; und der Atem der anderen Person gibt einen Takt vor, den man von selbst übernimmt.

Anders als beim Acro Yoga bleibt dabei in aller Regel jeder mit den Füßen am Boden. Damit entfällt das Verletzungsrisiko durch Stürze aus der Höhe — und der Einstieg ist ohne Vorerfahrung möglich.

Sechs Übungen für den Anfang

  1. 1

    Rücken an Rücken sitzen, im Schneidersitz, Wirbelsäulen aneinander. Zwei Minuten still atmen und den Atem der anderen Person wahrnehmen.

  2. 2

    Gegenatmung: Aus derselben Position abwechselnd atmen — einer ein, die andere aus. Ungewohnt und erstaunlich ruhig.

  3. 3

    Sitzende Vorbeuge zu zweit: Gegenübersitzen, Fußsohlen aneinander, Hände fassen. Abwechselnd sanft nach hinten lehnen, die andere Seite kommt in die Vorbeuge.

  4. 4

    Doppelter Baum: Nebeneinander stehen, innenliegende Arme um die Taille, außenliegende Beine anwinkeln. Gemeinsames Gleichgewicht.

  5. 5

    Rücken-an-Rücken-Aufstehen: Arme einhaken, Füße nah am Körper, gemeinsam hochdrücken. Braucht Abstimmung, kein Kraftpaket.

  6. 6

    Brustöffnung im Sitzen: Einer sitzt, die andere Person steht dahinter und führt die Arme leicht nach hinten — nur so weit, wie der Atem ruhig bleibt.

Absprachen, die den Unterschied machen

  • Vorher klären, wo Beschwerden sind. Ein steifer Nacken oder ein empfindliches Knie ändert die Auswahl der Übungen.
  • Ein Wort für „Stopp“ vereinbaren — und es gilt sofort, ohne Erklärung.
  • Nicht in die Dehnung der anderen Person drücken. Führen ja, schieben nein. Wer schiebt, spürt die Grenze nicht, an der es zu viel wird.
  • Größenunterschiede einkalkulieren. Bei deutlichem Gewichtsunterschied funktionieren Gegengewichtsübungen anders; dann lieber Varianten wählen, bei denen beide sitzen.

Wofür es sich eignet

Partner Yoga ist eine gute Wahl für Paare, Freundinnen und Freunde, Eltern mit älteren Kindern und für Gruppen, in denen es weniger ums Üben als ums Miteinander geht. Als alleinige Praxis ersetzt es kein strukturiertes Programm — dafür ist die Auswahl an Haltungen zu klein. Als Ergänzung zu einer eigenen Praxis, etwa nach ein paar Runden Sonnengruß, funktioniert es gut.

Quellen und weiterführende Seiten

  • Acroyoga in der englischen Wikipedia (Abgrenzung, Rollen)